1986

[Schon seit spätestens November vergangenen Jahres zerren die (weitestgehend) von uns selbst erschaffenen Monster "Langeweile" und "Schwachsinn" mit 'vereinten Destruktivkräften' an Hans' und meinen Nerven und an unserer Internatsmoral. – Wir lassen sie gewähren und geben uns ihnen … ich muß bald sagen … mitunter lustvoll hin (auch wenn es vielleicht als demonstrative, überzeichnete Ironie gemeint war), ohne irgendein ernsthaftes Gegenkonzept zu entwickeln. Meine beiläufigen Beobachtungen vom 15. und 16. Januar ’86 mögen vielleicht einen Hauch von Ahnung vermitteln, wie reif wir uns damals fürs Festland fühlten.]

15.01.'86, MiHannes liest vormittags. Nachmittags gehen Hannes, Widdel und ich raus zum Strand um dort die verlangten Schwarzweißphotos für Kunst zu schießen. Unter anderem knipst Widdel ein frontales Überraschungsphoto von Hannes' Gesicht. Später zurück im Zimmer liest Hannes wieder, ich liege in meinem Bett hinterm Bettvorhang. Plötzlich reißt Hannes versehentlich seine Schreibtischlampe vom Tisch, wodurch nun fortan Ständer und Birnenfassung voneinander gelöst sind und der Lampenschirm lose gen Erdmittelpunkt baumelt. Dazu ist das Licht aufgrund eines Wackelkontakts erloschen. Hannes schlägt die Lampe auf den Tisch, was ein letztes Lichtaufflackern bewirkt, dann liegt das Zimmer im konstanten Dunkel und Hannes legt sich oben in sein Bett.

16.01.'86, DoHannes liest, rülpst dabei, sagt abends: "So ist das alles." Er liegt auf seinem Bett, schaut geistesabwesend auf meinen Berlin-Stadtplan an der Wand und trommelt mit den Fingern auf die Kopfkante des Etagenbettes. Spät abends dann "praktizieren" wir in unserem Zimmer den "Schwachsinn": Wir binden an das von der Decke herabhängende Kabel mit Glühbirnenfassung eine Glasflasche und schwingen diese dann am Kabel hängend durchs Zimmer; eine Spielart dieser Tätigkeit ist dabei, mit der Flasche im Bogenwurf ein paar auf Hannes' Radiorekorder plazierte Coke-Dosen wegzukegeln. [Anm.: "Langeweile" und "Schwachsinn" trieben zu der Zeit mitunter einige kuriose Blüten, und es ist für mich heute neben der stirnrunzligen Freude des Erinnerns auch ein gewisser Prozeß später Selbsterkenntnis, das auf meiner HP in beschreibende und erläuternde Worte zu fassen (es also aufzuarbeiten) zu versuchen.]

19.01.'86, So: Spiele abends bei klassischer Musik aus dem Radio mit Hannes Schach ... --> Unterstreichung des Schwachsinns.

20.01.'86, Mo: Hannes und ich zitieren desöfteren aus Christian Morgensterns Gedicht "Das große Lalula" ("bifzi bafzi", "kroklokwafzi" etc.), welches in unserem Deutsch-Buch "schreibweisen" zur Unterrichtsdurchnahme abgedruckt ist [Anm.: Nach "Das Sein und Das Nichts" (Sartre) ein weiterer Kitzler unserer damaligen Sensibilität / Ansprechbarkeit für das, was wir "Schwachsinn" nannten.]. - Ich erstelle heute eine Tabelle, welche [wörtlich:] "die Ausmaße des täglichen Schwachsinns auf L'oog graphisch darstellen soll". Der Schwachsinnsgrad  jedes Tages wird in Sternchen angegeben, wobei es um so schwachsinniger ist, je weniger Sternchen vergeben werden. Bei drei Sternchen liegt die sog. "Schwachsinnsachse", sozusagen die Schwelle von Böse zu Gut. Die Verbindungslinie der Sternchen ergibt dann schließlich die "Gemütskurve im Januar 1986" [Anm.: Der letzte Eintrag stammt vom 24. Januar, wobei die Kurve für diesen Tag vier Sternchen angibt, was heißt, daß jener Freitag ein recht angenehmer Tag gewesen sein muß. ... Ob (Heimat-)Wochenendgefühle eine Rolle spielten?].

Die "Große Revolution"

[Die humorpathetisch so genannte "Große Revolution" von Hans und mir war nicht etwa eine organisierte Rebellion gegen die Langeooger Internatsschule, um Unzufriedenheiten mit dem 'System' auszuräumen (selbige gab es von unserer Seite ernsthaft nicht, wir paßten eigentlich bestens hinein und hatten längst unseren Platz in jener Pflichtlebensgemeinschaft auf Zeit eingenommen) oder so empfundene 'Mißstände' zu beseitigen, sondern es war ein - wenn auch nur kurzer, letztlich nicht aufgegangener - Ausbruch aus dem 'Gefängnis' Insel zurück in die jeweilige Heimat Leer und Emsdetten.]

17.02.'86, Mo: [An diesem unwirtlich-tristgrauen Wintermontag ist unsere Stimmung (unabhängig voneinander) derart gedrückt, daß wir zu keinerlei ablenkenden Aktivitäten fähig sind.] Nachmittags kommen Hannes und ich zu der handlungsbedürftigen Überzeugung, daß der Schwachsinn und das Rumhängen auf Langeoog unerträglich sind und es so nicht weitergehen kann. Wir beschließen, morgen die Insel zu verlassen und unsere Schullaufbahn dann an heimatlichen Lehranstalten fortzusetzen.

18.02.'86, Di: Morgens gehen Hannes und ich noch zum Mathe-Unterricht bei Guthmann [Anm.: Daran sieht man, daß uns unsere eigene Courage nicht so ganz geheuer war und wir noch nicht recht wußten, was wir da eigentlich in Bewegung zu setzen beginnen wollten.]. Später führen wir noch einige interne Gespräche zusammen mit Marc zum Thema "Langeoog verlassen" und wägen Für und Wider ab; zum Beispiel würden wir an heimatlichen Schulen viel nacharbeiten müssen. ... Nachmittags unternehmen Hannes und ich dann den [vermeintlich] letzten "Klassischen" (Nr. 69), einen "Eisklassischen" entlang des Pferdepfades mit den langgezogenen, überfrorenen Pfützenflächen. Ich mache dabei einige Photos. Zurück sprechen wir kurz mit Lamperstorfer und rufen unsere Eltern an, denen wir mitteilen, daß wir heute anreisen. Wir "reißen den Tag" vom Abreißkalender, Hannes schneidet das Blatt diagonal in zwei Hälften und jeder behält eine Hälfte als Erinnerungsstück an den heutigen Tag und an unseren selbstgewählten Schlußstrich unter die Langeooger Schulkarriere. Mit der 16:15-Uhr-Fähre verlassen wir dann die Insel. Von Norden geht es mit dem Zug weiter, Hannes steigt in Leer aus, ich bin schließlich um 22:00 Uhr in Emsdetten. Es folgen zu Hause die Gespräche mit den Eltern.

[Ich weiß nicht mehr, was genau in den folgenden Tagen bezüglich meiner Vorgabe, wieder zu Hause zur Schule gehen zu wollen, erwogen oder unternommen wurde, viel war es jedenfalls definitiv nicht. Meine Eltern waren von der Idee natürlich alles andere als angetan und werden sie ganz sicher eher als zeitweilige Flucht denn als überlegte Schulzukunftsvision betrachtet haben, ... und so war es ja auch! Nach drei vollen Tagen eigenbescherten Heimaturlaubs hatte ich genug Abstand zur akuten Inselüberdrüssigkeit des Wochenanfangs gewonnen und war nun bereit, in Begleitung meiner Eltern zurück nach Langeoog zu fahren, um mit Herrn Guthmann die Ursachen jener Überdrüssigkeit auszuloten und Verbesserungen zu besprechen.]

22.02.'86, Sa: Nachmittags fahre ich zusammen mit meinen Eltern nach Langeoog, um wegen meiner Situation mit Herrn Guthmann zu reden. Wir nehmen die 17:30-Uhr-Fähre von Bensersiel. Auf der Insel beziehen meine Eltern das Hotel "Aquantis" und später wird in der "Kupferpfanne" diniert.

23.02.'86, So: Vormittags um ca. 10:30 Uhr begebe ich mich in Begleitung meiner Eltern zu Guthmann [wohl ins Gymnasium], wo nun das von mir nicht gerade herbeigesehnte Ursachengespräch meiner Institutionsflucht stattfindet: Warum ich denn so plötzlich abgereist sei, es sei doch nur noch ein Winter zu bewältigen etc.. Als ich meine Vorliebe fürs Schulfranzösische, welches ich mit dem Schulwechsel 1984 nach Langeoog [wohl aus konstellatorischen Gründen ... oder zeitgenössischer Fachmüdigkeit?] aufgegeben hatte, ins Spiel bringe, offeriert Herr Guthmann mir die Möglichkeit, hier auf der Insel wieder Französisch (Anfänger) belegen zu können. - Nach der Besprechung werden wir dann von Guthmann zum leeren Essenssaal geführt, in dem wir allein Göbels Sonntagmittagsfraß zu uns nehmen. - Meine Eltern nehmen später die 16:15-Uhr-Fähre zurück ans Festland und ich bleibe nun endgültig bis zum Schulabschluß auf Langeoog. [Anm.: An dieser Stelle endet mein Revolutionsweg; mit der Französisch-Offerte hat Herr Guthmann mich vollends zurück ins Boot geholt. Im Effekt hatte dieser 'Sturm im Schneckenhaus' also eine handfeste Verbesserung gebracht, und ich würde noch oft sagen, daß die Revolution zwar gescheitert sei, sie wie alle Revolutionen aber trotzdem wichtige Fortschritte mit sich brachte. ... Nun zum zweiten, kurskonsequenteren 'Revolutionär'.]

24.02.'86, Mo: Heute gehe ich sogar mal wieder zu Sport!!!

25.02.'86, Di: Hannes' Fehlen macht sich bemerkbar. ... Abends gehe ich kurz rüber zum Gymnasium, um mit Frau Heidekrüger, die ich im kleinen Dienstzimmer [wie hieß es richtig?] die Treppe rauf oben im "Wiking" antreffe, zu besprechen, wann denn meine Französisch-Auffrischung beginnen soll. [Anm.: Jetzt, wo mir gestattet ist, am Französisch-Kurs für Anfänger teilzunehmen, gilt es zunächst, den bisherigen Stoff des Buches "Cours intensif 1" (ein wirklich gutes Schulbuch, besonders die Grammatik), das ich bereits auf meinem alten Gymnasium als Unterrichtsgrundlage hatte, im Schnellmodus aufzuarbeiten, bevor ich in den laufenden Unterricht bei Herrn Lange einsteigen kann. ... Von Frau Heidekrüger bin ich gleich am ersten Tag insgeheim angetan ... ]. Ergebnis der kurzen Übereinkunft: Ich erscheine morgen um 15:00 Uhr mit meinen Materialien bei der Bibliothek des Gymnasiums.

26.02.'86, Mi: Mittags kommt Hannes nach Langeoog, um seine Sachen abzuholen. Er ist inzwischen wieder auf seinem alten Gymnasium in Leer [Anm.: Das nenne ich Konsequenz in Aktion!] und heute ist also nun sein letzter Inselbesuch. Hannes packt seine Klamotten zusammen und wir unternehmen einen allerletzten gemeinsamen "Klassischen". - Um 15:00 Uhr ist dann meine erste (extraschulische) Französisch-Stunde bei Frau Heidekrüger und um 16.15-Uhr geht Hannes zum Bahnhof. Ich und Udo helfen, seine Taschen zu tragen ... "sauschwer" [Zitat Notizen]. Oliver kommt auch noch zum Bahnhof und wir verabschieden Hannes. Der Zug fährt ab gen Anleger.

27.02.'86, Do: Gerüchte und sogar die Bestätigung von Lamperstorfer, daß Hannes nun doch wieder nach Langeoog kommt, da er auf seinem Heimatgymnasium keine Erfolgsaussichten habe, kursieren! Er komme am Sonntag zurück. Keiner kann es glauben [Anm.: Und das, nachdem er gestern erst seinen ganzen insularen Plumpaquatsch nach Leer verfrachtet hat?! ... Hm, fragt sich, wer von uns beiden am Ende der praktischere 'Revolutionär' war, der geköderte Umfaller oder der abrupt desillusionierte Konsequenzler? ].

02.03.'86, So: Spiele gegen Oliver in dessen Zimmer 46 Schach, wobei wir beide Sonnenbrillen tragen [, wobei wir im Verlauf beim winterlichem Dämmerungslicht schließlich auf unserem Spielbrett kaum noch etwas erkennen können.]. Abends holen wir dann - ebenfalls sonnenbebrillt - Hannes vom Bahnhof ab. Er kommt uns mit seinem schweren Koffer entgegen und bleibt nun also wie ich endgültig auf der Insel. 

[So, das war nun die "Große Revolution". ... Sie war nötig, sie war irgendwie vielleicht auch vorhersehbar gewesen, sie war vom Anspruch her gescheitert, aber sie war - und darin liegt ihr Wert - im Effekt produktiv: Ich hatte mein 'Leckerchen' Französisch, um an der Leine zu bleiben, Hans hatte in vivo erkannt, daß es keine schulische Alternative auf dem Weg zum Abitur gab. Manch einer scheitert daran, daß er zu viele Möglichkeiten hat; wir hatten schulisch gesehen jetzt auch kognitiv nur noch eine, und diese Erkenntnis war es wohl hauptsächlich, die uns dazu brachte, uns von nun an mit unserer Situation weitgehend positiv auseinanderzusetzen und zu arrangieren.]     

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Die Klassenfahrt nach München

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10.03.'86, Mo: Schreibe abends zusammen mit Hannes einen privaten Französisch-Vokabel-Test: Der eine gibt dem anderen 100 Vokabeln vor.  

"Sitzgruppenprojekt Sahara"

16.03.'86, So: Hannes hat von zu Hause aus dem "GEO"-Magazin ausgeschnittene Bilder mit Wüsten- und Fels-Motiven mitgebracht, welche wir nun in unserem Zimmer an die Wand kleben. Die beiden neuen, "maßlosen" [Anm.: Zit. Notizen. Gemeint war "tollen" ... naja, eine im Vergleich zu den alten Sitzgelegenheiten vielleicht halbwegs gerechtfertigte Einstufung damals.] Sessel hatten wir letzte Woche von der Gruppe Noltus oben heruntergeholt, nach sorgfältiger Auswahl durch Probesitzen. Wir kommen auf die Idee, die große Pflanze mit den

04.07.'86, Fr: Heute verläßt Pilch (nach seinem nicht bestandenen Abi ... den Ausschlag gab übrigens die mündliche Kunstprüfung (!) bei Herrn Wierzenko) Langeoog. Um 15:45 Uhr treffen sich Pilch, Oliver und ich am Bahnhof, wo Pilch erfährt, daß der Typ, der ihn im Auto von Bensersiel mitnehmen will, erst mit der 17-Uhr-30-Fähre fährt, so daß sich Pilchs Abreise also noch bis dahin verzögert. Oliver macht sich dann von dannen, ich bleibe mit Pilch zu warten, schleppe mit ihm seinen 60kg schweren Koffer zur Gepäckaufgabe. Dann gönnen wir uns gegenüber beim Bahnhofskiosk "Epi" eine "Heiße Hexe" (Cheeseburger) und bringen anschließend den ausgeliehenen Gepäckkarren zurück in die Mittelstraße. Nach einer Stippvisite bei Eckart sind wir zurück am Bahnhof, setzen uns auf die Stufen und warten auf Pilchs Mitfahrgelegenheitstypen, der kurz vor halb Sechs dann auch auftaucht. Ich verabschiede mich nun von Pilch und gehe. - Abends - ich hatte wie vereinbart von Pilch zum Schluß noch seinen Zimmerschlüssel bekommen - erfolgt dann der große Umzug von mir und Hans [Anm.: ... 'im Schlepptau', wie ich es damals ursprünglich empfand, da ich mir eigentlich vorgestellt hatte, mich zimmerbezüglich umzuorientieren und oben als Einzelzimmerbewohner (wie sollte das bei der damaligen Zimmerbelegung geklappt haben?) oder auch zusammen mit Marc zu residieren. Hans allerdings sah unser beider Zimmergenossenschaft derart verfestigt, daß es für ihn unausgesprochen selbstverständlich war, mitzuziehen.] von unserem Zimmer 43 unten ins neue Zimmer 45 im oberen Oberstufenflur. [Anm.: Dieser Umzug war nur möglich aufgrund einer internen Vereinbarung von Pilch und mir unter Umgehung des offiziellen Weges über Frau Noltus: Pilch bewohnte bis heute dieses Zimmer 45, das wie alle Zimmer des oberen Flures kleiner ist als die Zimmer unten, in seinen Dimensionen gemütlicher mit einer leichten Deckenschräge. Ich war hier häufiger zu Gast gewesen und die Gegebenheiten gefielen mir so gut, daß ich vorhatte, nach Pilchs Abgang hierhin umzuziehen.] Schleppe zusammen mit Hans all unsere Klamotten, Bücher, den Kühlschrank, den Fernseher, die große Pflanze usw. nach oben in unsere neue Behausung, was ziemlich anstrengend ist. Frau Noltus erfährt erst spät von unserer Residenzmigration ... sie hätte diese sonst sicher gar nicht erst zugelassen. Vor dem Umzug gab es noch Probleme mit ihr: Unser altes Zimmer sei dreckig und eine Zumutung für die neuen 11er-Schüler. Aber unter der Bedingung, daß wir das neue nun peinlichst sauberhalten und ich keine leeren Coke-Dosen darin lagere, erlaubt Frau Noltus letztendlich den Zimmerwechsel. - Bis ca. 22:30 Uhr haben wir dann fast alles von unten hochgeschleppt.

05.07.'86, Sa: In Erdkunde (findet unten im Physik-Raum statt) muß ich Helmer mitteilen, daß ich das ausstehende Referat nicht fertig habe. ... Später gibt Helmer dann die Zeugnisnoten bekannt. Als ich an der Reihe bin, resümiert er, daß ich in der Klausur 01 Punkt geschrieben hätte [Anm.: Wie, gab es im zweiten Halbjahr nur eine Klausur?] und mündlich bei 00 Punkten läge, woraus sich für ihn meine Gesamtnote von 00 Punkten ergebe (!!). [Anm.: Diese Mitteilung erfolgte ganz trocken-nüchtern, obwohl eine Sechs im Zeugnis automatisch, direkt und ohne Wenn und Aber die Nichtversetzung bedeutet haben dürfte.] An dieser Stelle muß ich allerdings Einspruch erheben: Ich sage Herrn Helmer, daß ich in der Klausur 02 Punkte erwirtschaftet habe und nicht einen. Nach Erdkunde gehe ich rüber ins Internat, hole zum Beweis entsprechende Klausur und zeige sie Helmer, der daraufhin meine Gesamtnote auf 01 Punkt korrigiert. Na, bitte! [Anm.: Mögen meine Leistungen und Kompetenzen im Schulfach Erdkunde auch dramatisch mies und gering gewesen sein, Wahrheit mußte Wahrheit bleiben und ich in der Klasse! ]

06.07.’86, So: Am Ende eines Heimatwochenendes von meiner Mutter nachmittags per Auto zum Anleger in Bensersiel gebracht nehme ich die letzte Fähre des Tages nach L’oog, die 19:00-Uhr-Fähre. Hannes kommt ja erst morgen. Zurück auf der Insel gehe ich noch mit meinem Photoapparat raus und photographiere den Sonnenuntergang am Strand. Ca. 23:00 Uhr trinke ich in meinem Zimmer zusammen mit Oliver zwei Flaschen "Le Patron"-Wein.

07.07.’86, Mo: In Englisch-LK bei Herrn Block sehen wir uns in Raum 4 [Anm.: Das war der (kleinere) Raum des Gymnasiums, in dem Videorecorder & Fernseher installiert waren.] drei Schulstunden lang (von 10:35 Uhr bis 13:05 Uhr) – bei bestem Wetter und zugezogenen Gardinen – den amerikanischen Spielfilm „Silkwood“ (Meryl Streep) an, im kaum zu verstehenden Ami-Original-Ton und mit holländischen Untertiteln (!) ("Dat weet ik." usw.). … Völlig anstrengend!! – Nachmittags ist dann letztmalig für mich in diesem Schuljahr Sport: Leichtathletik und Basketball bei Haschkragen [Anm.: … natürlich nicht, sondern Herrn Hashagen!]

08.07.'86, Di: In Mathe sind heute lediglich Herr Guthmann, Detlef ("Elvis") und ich anwesend! Guthmann zieht die Unterrichtseinheit natürlich trotzdem durch und so muß ich fast zwei Schulstunden lang an der Tafel die Funktion  andiskutieren, während Detlef Protokoll führt. Nachmittags schlafe ich fast durchgehend von 13:00 Uhr bis 17:45 Uhr in meinem verhangenen Bett und latsche abends zusammen mit Hannes nach draußen, wo uns ein "Klassischer" durchs Wäldchen zum Hafen und über den Deich führt. Es ist windig.

09.07.'86, Mi: Ich wache morgens ein wenig zu spät auf, wasche mir dann schnell die Haare über einem Waschbecken des Waschraums und mache mich auf zu Geschichte. Es sind dort kaum Schüler anwesend. Wir gehen dann schließlich mit Herrn Horb rüber ins Internat und trinken im Gruppenraum von Frau Noltus oben Café. In Französisch begeben wir entsprechende Schüler uns dann mit Herrn Lange in dessen Wohnung und trinken bei Klängen von Edith Piaf ebenfalls Café. Einige Leute regen sich dabei darüber auf, daß im Französisch-Unterricht angeblich zuviel Französisch gesprochen werde (!). Als in der fünften und sechsten Stunde im Noltus'schen Gruppenraum dann auch noch Englisch-Leistungskurskaffeetrinken mit Herrn Block stattfindet, habe ich genug vom Cafétrinken und gehe stattdessen zusammen mit Hannes raus, TE spielen auf dem Platz zwischen den Sträuchern hinter der Holzbrücke. Nachmittags schlafe ich. Hannes geht später rüber ins Gymnasium zur Zeugniskonferenz [in seiner Funktion als (stellvertretender oder zweiter oder erster?) Stufensprecher]. Beim Abendfraß chez Göbel teilt Hannes mir dann mit, daß ich trotz Befürchtungen doch mein (sog.) Fachabitur habe, damit eben auch die Versetzung in Klasse 13. Desweiteren berichtet er, Döpkens habe während der ganzen Zeit nichts gesagt, sich lediglich einmal mit "Jawohl!" zu Wort gemeldet, Herr Wierzenko habe unter Drängen von Hans, dann unterstützt von Guthmann Detlef doch noch den zu seinem Fachabi (und damit zu seinem Abschluß auf Langeoog) fehlenden Punkt in Deutsch gegeben u.a..

10.07.'86, Do: In Religion spielt Döpkens uns eine Cassette zum Thema Tod und Todesphasen vor. Wenn der Sprecher dieser Cassette eine Pause macht, ertönen schrille, unmelodische Geigenklänge. Döpkens geht die ganze Zeit zwischen Pult und Fenster auf und ab, beugt sich hin und wieder über den Cassettenrecorder und schaut diesen an. ... Zum Schießen!  Man kann sich oft nur schwer beherrschen. - Nach der Stunde gehen Udo und ich rüber zur Realschule, zu Guthmann. Es regnet. In der Realschule warten wir einige Minuten auf Guthmann, den wir dann fragen, ob er unsere Zeugnisse schon unterschreiben würde, damit wir bereits heute in die Sommerferien abreisen können. Guthmann ist einverstanden und sei gleich drüben im Gymnasium, um das zu tun. Als er dann aber zunächst dort nicht erscheint, vereinbare ich mit Udo, um 10:20 Uhr die unterzeichneten Studienbücher gemeinsam abzuholen. Udo verschwindet, ich gehe rüber ins Internat. Um ca. halb Elf fährt Udo per Fahrrad unten unter unseren Fenstern vorbei und ruft hinauf, er habe die Studienbücher bereits. Daraufhin schnappen Hannes und ich uns unser Gepäck, händigen Frau Noltus nach Aufforderung unsere Zimmerschlüssel aus und gehen nach unten. Udo gibt mir mein Studienbuch (Highlights darin Mathe: 12 Punkte und Erdkunde: 01 Punkt) und fährt weiter zum Bahnhof. Hannes läuft kurz noch rüber zum Gymnasium, holt sich sein eigenes Studienbuch ab und wir gehen gen Bahnhof. Auf dem Internatshof (zwischen Internat und Haus Sonnenschein) kommt uns "Elvis" entgegen, der Langeoog mit Erhalt seines Fachabis nun verläßt und wir verabschieden uns von ihm. Verabschieden uns dann am Haus Sonnenschein auch von Dr. Lamperstorfer [der ja ebenfalls nach den Sommerferien nicht mehr internatsdienstlich tätig sein wird] und erreichen dann den Bahnhof, wo schon viele Leute versammelt sind; Udo ist auch da. Um 11:00 Uhr fährt die Inselbahn Richtung Anleger und die Sommerferien beginnen! Auf der Fähre stehen ich, Hannes und Udo hinten an Deck, es ist windig. In Bensersiel angelangt trennt sich Udo von uns und Hannes und ich gehen zum "A&O Schmidt", etwas Reiseproviant kaufen (ich: Dose Fanta, Ritter-Sport-Schokolade u.a.). Nach Verabschiedung von Hannes nehme ich den 12:05-Uhr-Bus nach Esens (Bahnhof) und von dort den 12:28-Uhr-Bus nach Norden (Bahnhof). In Norden geht es mit dem 13:08-Uhr-Zug dann weiter gen Süden und um ca. 15:25 Uhr ist meine Heimatstation Emsdetten erreicht.

12.08.'86, So: Mit Ablauf der Sommerferien ist heute nun also Wiederanreisetag nach Langeoog. Vormittags ziehe ich mir noch meine Kate-Bush-Mucke rein (meine Ohrwürmer "Babooshka", "The Saxophone Song", "All we ever look for", ...), packe letzte Sachen zusammen und mittags bringt mein Vater mich zum Emsdettener Bahnhof. ... Habe eine Flasche "Mateus"-Wein und noch eine zweite Weinpulle im Gepäck [wahrscheinlich heimlich mitgenommen]. 13:46 Uhr ist Abfahrt meines Zuges gen Norden. Anhand meines dicken Englisch-Wörterbuches beginne ich während der Fahrt ein Kompendium mit englischen Vokabeln, die ich als relevant niederzuschreiben erachte. Fülle so einige Seiten. Ca. 16:15 Uhr ist der Bahnhof Norden erreicht und ich besteige den Linienbus nach Esens. Heiko war übrigens auch im Zug und nimmt ebenfalls jenen Linienbus. In Dornum sollen dann die Fahrgäste nach Langeoog auf einen anderen Bus umsteigen. Heiko folgt dem Weiterreisehinweis, ich denke nur: Blödsinn, da fahre ich doch besser wie vorgesehen weiter bis Esens, nehme den üblichen Anschlußbus nach Bensersiel und gut. So bleibe ich halt sitzen und lasse mich zum Bahnhof Esens kutschieren [Anm.: Tja, manchmal sollte man schon den Umleitungsdirektiven der Reiseverantwortlichen folgen, wie sich hier bald zeigte ...]. In Esens geht dann später zwar ein Bus zum Bensersieler Anleger, in dem ich übrigens alleiniger Fahrgast bin, aber die letzte Fähre nach Langeoog um 17:30 Uhr ist bereits weg [Anm.: S*** happens!]. Frage den Busfahrer, ob nicht doch noch eine weitere Schiffsverbindung zur Insel besteht und dieser antwortet lediglich trocken, daß er von keiner wisse, aber vielleicht ja noch ein Paddelboot ablege. In Bensersiel angekommen ist die letzte Fähre nun also weg und ich gehe mit meinen Taschen rüber zum Yachthafen und frage ein paar Leute in oder bei ihren Segelbooten, ob sie denn noch heute nach L'oog rüberschipperten. Doch da ist niemand; daß sie gerade von dort kämen, ist häufig die Antwort. Nach mehreren unergiebigen Wegen ums Hafenbecken vom Fährhaus zum Yachthafen und zurück habe ich die Schnauze voll und richte mich darauf ein, heute nacht halt beim Fährhaus zu übernachten und warte dort nun auf den späteren Abend und das Gebäudeumfeld vereinsamt mit der Zeit. Als schließlich keine Menschenseele mehr da zu sein scheint, beziehe ich einen der am Fährhaus stehenden, leeren Gepäckwagen (konkret die blaue Nr. 8) und 'bette' mich dort zur Nacht. Die Gepäckwagen haben zwei übereinander befindliche Ablageflächen und sind zwar wandlos zu beiden Seiten, aber jeweils mit einer knöpfbaren Plastikabdeckung versehen, welche bei Wind gegen den Wagen schlagen. Ich liege im oberen Fach (auf der oberen Metallablage, die in der Mitte längsseits unterteilt ist), knöpfe die Abdeckung von innen zu und schlafe irgendwann ein. Wache bei Dunkelheit wieder auf und denke, es sei schon früh am Morgen, dabei ist es erst ca. 24 Uhr! ... Höre von außerhalb meines Gepäckwagens in naher Distanz Stimmen, wohl von Jugendlichen aus der Nachbarschaft, die hier abhängen. Einer von ihnen kommt dann ziemlich dicht an meine Schlafstatt heran und uriniert entweder gegen oder direkt neben den Wagen. Ich bin natürlich mucksmäuschenstill und schlafe dann weiter.

13.08.'86, Mo: In den frühen Morgenstunden wird mir kalt, besonders im Rücken, herrührend vom kalten Metall der Gepäckablage, auf der ich liege. Nehme dann morgens die erste Arbeiterfähre rüber auf die Insel.

20.08.'86, Mi: Gehe nachmittags mit Marc ins Dorf, bei der "Leichenkammer" [= "Speisekammer"] bzw. "Fernost Eckart" [= "Feinkost Eckart"] je eine Flasche Wein kaufen; ich nehme eine "Le Patron" (Rosé) zu DM3.45. Gehen zurück zum Internat, wo Marc aus seinem Zimmer einen Korkenzieher holt, und wir begeben uns ins Wäldchen. Lassen uns auf einer Bank nieder, trinken unseren Wein und essen mitgebrachten Brie. Wir unterhalten uns über die Schule, Marc erzählt von Amerika usw.. Ca. 18:00 Uhr gehen wir zum Internat zurück und spielen in Marcs Zimmer auf dessen umgedrehten Mülleimer Schach. Wir gehen dann 18:45 Uhr zusammen mit Oliver zum Inselkino "Windlicht", wo ja heute abend "Tod eines Handlungsreisenden" (mit Dustin Hoffman) gezeigt wird [Anm.: Entweder nahmen wir aktuell im Englischunterricht das gleichnamige Buch durch oder taten es anschließend, jedenfalls war der Kinobesuch unterrichtsmotiviert, weshalb eben auch Herr Block, der den Besuch initiierte, mit dabei war.]. Marc bleibt auf dem Weg dorthin dann allerdings in einem Imbiß zurück. Am "Windlicht" angelangt, ist Herr Block bereits da. Schauen nun die Filmvorführung, während welcher Oliver und ich hinten sitzen. 21:30 Uhr ca. ist der Film dann aus und Oliver und ich machen uns auf den Rückweg zum Internat, als wir in einiger Entfernung Hans in Begleitung eines Mädchens gehen sehen. Plötzlich nähern sich von hinten Herr Block sowie ein paar Schüler unserer Klasse und wollen nun noch zusammen einen trinken gehen. Oliver schließt sich an, ich gehe weiter und Richtung Internat. Begebe mich noch an den dunklen Strand ... es ist windig und sandig.

21.08.'86, Do: In der fünften Stunde haben wir Religion bei Herrn Arnold. Reden über Gründe für und gegen die Existenz Gottes (Kein Gott, da Leid & Ungerechtigkeit. / Gott ist das Leben. etc.). In der sechsten Stunde ist dann "Tutorenstunde", mit Karl [Lange] und Horb. Nach Abstimmung wird unsere Klassenfahrt dann nach Rom gehen ... und nicht nach London. Außerdem wird unser Wandertag am 03.09. in Groningen stattfinden und Tessa B. ist neugewählte Stufensprecherin (zweiter Stufensprecher ist Hans). - Nachmittags regnet es ... wobei Hans sich mit dem Mädchen von gestern [Anm.: einer brillentragenden Urlaubertochter aus Recklinghausen namens Kerstin, die Hans nach eigener Angabe im Zuge des  Stromausfalls bei der Vorführung von "Tod eines Handlungsreisenden" gestern abend neben ihr sitzend kennengelernt hatte] um 15:00 Uhr am Wasserturm treffen wollte ... vorausgesetzt, es regnet nicht [Anm.: Er traf sie aber letztlich doch irgendwie und irgendwann, brachte sie mit ins Internat und tauschte mit ihr - während ich natürlich währenddessen außer Zimmer zu sein hatte - hinter verschlossener Türe ein paar Zärtlichkeiten aus.]. Gehe zusammen mit Udo und Oliver ins Dorf, ich kaufe eine Flasche "Le Patron"-Wein, Oliver kauft zwei.

Der 'Alex-und-Nassauer-Zwischenfall'

[(Wahrscheinlichst) Im Herbst des Jahres 1986, als ein gewisser Herr Nassauer die Aufsichtsleitung im unteren Flur der Oberstufe innehatte (Dienst- und sicher auch Wohnsitz waren die Zimmer 37 und 39 (letzteres die Schlafstatt ohne direkten Flurzugang), ereignete sich das, was ich heute den 'Alex-und-Nassauer-Zwischenfall' nennen mag. Herr Nassauer war nach dem Abschied seines erst im Sommer des Jahres gekommenen Vorgängers Herrn Arnold ab Herbst 1986 im Amt und blieb wohl bis zum Ende des Schuljahres, also bis Juli 1987. Er präsentierte sich uns als voreingenommener Mensch, der seine Schützlinge scheinbar schlicht seinen eigenen Neigungen und seiner eigenen Wellenlänge entsprechend in Freund und Feind trennte. Für Hans und mich jedenfalls hatte er offenbar keinerlei Verständnis oder Neutralität übrig, wie sich im Folgenden zeigt:]

Eines Tages [vor dem Abendbrot] halten sich Hannes, ich und Oliver in unserem Zimmer 45 auf, als plötzlich Alex W. die Tür öffnet und sagt, wir mögen doch den "Lärm" unterlassen; eine seltsame Aufforderung, denn wir hatten weder Lärm noch überhaupt irgendwelche Geräusche produziert, die durch die Decke in den unteren Flur (wo Alex residiert) hätten dringen können. Wir sagen ihm, daß wir für keinen Lärm verantwortlich seien, was Alex uns jedoch offenbar nicht glaubt. Er geht, öffnet etwas später dann aber wieder unsere Zimmertüre und beschwert sich erneut über den von ihm wahrgenommenen Lärm. Hä?? ... Als Krönung erscheint schließlich wenig später Herr Nassauer im Zimmer. Nach unseren Beteuerungen, absolut keinen Lärm produziert zu haben [- die Situation ist schon regelrecht lächerlich -], schreit er uns mit "Ihr Arschlöcher!" [Anm.: Man verzeihe mir die ausgeschriebene, drastische Formulierung!] an und macht sich unter Zuknallen der Zimmertür wieder von dannen [Anm.: Kann man so ein Verhalten eines sog. Erziehers glauben? Ich hatte zwar in der Vergangenheit - in der Grundschule, also noch in den 1970ern - vom Mathelehrer Beike mal eine Ohrfeige erhalten, aber diese hatte, wenn auch als Methode der Wahl mehr als fragwürdig, einen konkreten Störungshintergrund; hier hatte jemand sofort Stellung bezogen ohne selbst die Sachlage zu kennen, damit eindeutige Parteilichkeit bewiesen und obendrein uns auch noch in rüpelhafter Manier beschimpft. Jesses! ... Damit aber nicht genug, denn dieser Nonsense wurde recht schnell zu Guthmann getragen.]. Nach dem Abendbrot finden Hannes und ich uns - nach Nassauer - in Guthmanns Büro [Anm.: in der Realschule] ein. Dort erzählt Nassauer, wir würden in unserem Zimmer "hühnerimitierend vom Bett springen" [Anm.: Man stelle sich vor! Was für eine bodenlose Lüge!! Guthmann bleibt natürlich neutral und Nassauer erwirkt hier überhaupt nichts.]. Hinterher gibt es noch eine Besprechung jener Lärm-Anschuldigung mit allen 'Beteiligten' (Nassauer, Alex, Hannes und mir) in Nassauers Büro, die natürlich zu nix führt. Ich vermute ja, daß der wahrgenommene Lärm [von dem ich heute glaube, daß Alex ihn tatsächlich wahrgenommen hat, nur falsch lokalisierte] von der wummernden Waschmaschine im Waschraum des oberen Flures rührt, gehe sogar extra hoch und stampfe zur Beweisführung mit den Füßen dort auf. Alex ist aber weiterhin anderer Meinung und Nassauer natürlich auf seiner Seite. - Ein weiteres Vorgehen von Seiten Herrn Nassauers erfolgt dann jedenfalls aber nicht mehr; nur Alex fühlt sich in der Folgezeit noch hin und wieder von 'unserem' Lärm belästigt und kommt entsprechend zur Beendigungsaufforderung zur Zimmertüre herein. Eine konkrete Situation: Spät abends sitze ich im Zimmersessel und schaue friedlich im TV Tennis, Hannes liegt bereits oben in seiner Etagenbettkoje und schläft. Plötzlich öffnet Alex unsere Zimmertür und moniert irgendwelche imaginäre Lärmerei unsererseits. Ich kann wahrheitsgemäß dann nur versichern, daß es in unserem Zimmer bis jetzt überaus friedlich und still zuging [Anm.: Irgendwann war dann schließlich auch von Alex her Ruhe. ... Lieber Alex, Deine Wahrnehmung muß Dich arg getäuscht haben. Dir bin ich nicht gram, dem unflätigen, einstigen Heimleiter aber auch heute noch!].

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