Heime & Abteilungen

(Am Eingang des "Deernshörn". Auszug aus dem Schulprospekt von 1966.)

Zwischen 1984 und 88 waren die Internatsschülerunterkünfte auf drei Gebäude verteilt: Das Hauptinternat beherbergte in den 'Heimen' "Friesenhaus", "Störtebeker", "Hanse" und "Oberstufe (I und II)" die Jungen der Klassen 9 bis 13, das "Deernshörn" die Jungen der Klassen 5 bis 8 und das Obergeschoß des Gymnasiums in den Heimen "Freihoff" und "Wiking" komplett die Mädchen der Klassen 5 bis 13.

Wie sah die Unterbringungssituation von Gymnasium und Realschule vor dieser Zeit aus? ... 

An dieser Stelle nun möchte ich einmal versuchen, Geschichte und organisatorische sowie topographische Verhältnisse all jener Heime und Abteilungen unter einem 'Hut' zusammenzufassen, wozu mir bereits sehr dankenswerterweise von verschiedener Seite erinnertes Informationsmaterial zukommen gelassen wurde. Ganz herzlichen Dank an Lutz et al.! Weitere Infos und - sofern nötig - Korrekturen sind jederzeit willkommen und zur 'Wahrheitsgehaltsoptimierung' unbedingt erwünscht!!   

*** smings@t-online.de (oder auch im Forum) ***

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Zunächst seien hier einfach mal die verfügbaren Daten zusammengetragen, die dann später in einen übersichtlicheren und zusammenhängenden Rahmen gefügt werden sollen. Somit ist diese sich sicher etwas sperrig lesende Bestandsaufnahme einstweilen lediglich eine Art Schmierzettel bzw. Notizblock.

(Rubrik in Arbeit!)

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Hauptinternat

Gleich nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde aus der bisherigen Kommandantur der Luftwaffe ein Altersheim für baltendeutsche Kriegsflüchtlinge aus Schwetz / Westpreußen. Wie groß genau der Raumbedarf / der Raumnutzungsumfang dieses Altersheims war, ist mir bisher nicht bekannt; als gesichert gilt, daß außer dem kompletten Ostflügel (an dessen Kopfende sich in den 1950ern die Wohnung der Familie des Küchenleiters befand) auch Teile des Mitteltraktes dazugehörten. 1958 zogen die ersten gymnasialen Internatsschüler in die häuslichen Freiräume ein, und das Gebäude wurde bis zur Komplettübernahme durch das Internat 1968 dual genutzt. Nach der Pleite des "Nordsee-Gymnasiums" 1973 - fortan gibt es auf gymnasialer Ebene keine Unter- und Mittelstufe mehr - ziehen schließlich auch die infragekommenden Realschuljahrgänge (Klassen 9 und 10) hierhin um.             

EG Westflügel

1976/81: Am Ende des Flurs befindet sich die Wohnung von Ralf Dieninghoff (Heimleiter im OG des Westflügels und des Mitteltraktes bis Zi. 7 & 8) & Familie. Der Krankenstationsflur gehört zum seinerzeitigen "Störtebeker".  

1979/81: Inzwischen bewohnt bereits Krankenstationsleiterin und 'Weckdienstbeauftragte' Ulla Lisson die Wohnung im hinteren Bereich des Flügels, zusammen mit ihrem Sohn.

1984/88: Komplett das 'Reich' von Frau Lisson; zunächst die Krankenstation, dahinter ihre Wohnung.

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EG Mitteltrakt

1976/81: Zu dieser Zeit ist der Bereich das "Störtebeker" (Jungen 9. / 10. Klasse). Heimleiter ist Herr Brandt.

1979/81: In einem der beiden Zimmer rechts und links des Haupteingangs hat Internatsleiter Siegfried Eser sein Büro (Ich nehme an, es war der linke Raum von innen gesehen). Der andere Raum vis-à-vis ist eine ziemliche Rumpelkammer (von den Schülern selbst angefertigte Surfboards usw.).

1983/88: Heim "Hanse". Heimleiter ist Herr Ahlvers, der in dieser Funktion zeitweise von seiner Frau unterstützt wird.

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EG Ostflügel

1976/81: Das "Friesenhaus" (Jungen 7. / 8. Klasse). Die Wohnung am Ende des Flurs bewohnt Heimleiterin Waltraut Brandt (Schwester von "Brandy"). Der Gruppenraum umfaßt die späteren Zimmer 41 & 39. Am Gebäudeflügeleingang befindet sich Larrys "Meeting Center" (Alkoholausschank ab 20:00 Uhr, ein "Jever" (0,4 Liter) kostet DM1,30).

1979/81: Heimleiterin ist Monika "Erna" Abt, die in der Wohnung am Ende des Flurs wohnt. Die Zimmer sind nach Sternen benannt, eines heißt beispielsweise "Antares". Im "Friesenhaus" wohnen die Jungen der Klassen 7 bis 10. Es gibt im Flur eine Küche, die sich im Bereich hinter dem damaligen Flurtelefon und womöglich im späteren Zimmer 46 befindet.

1984/88: Unterer Flur der Oberstufe (offiziell "Oberstufe II"). Heimleiter während der Zeit in Reihenfolge: Frau Noltus, Herr Dr. Lamperstorfer, Herr Arnold, Herr Nassauer und wieder Frau Noltus. Am Ende des Flurs schließt sich die Wohnung von Lehrer Karl Lange an. Im März 1985 wandert Larry nach Berlin ab, das "Meeting", wie es jetzt schlicht heißt, wird unter Dr. Lamperstorfer renoviert und dient unter seiner Führung auch als Gruppenraum. 

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OG Westflügel

1976/81: Zusammen mit der Hälfte des Mitteltraktflures ist dieser Bereich 'gemischt' (Jungen 10. / 11. Klasse). Heimleiter ist Herr Dieninghoff, später Herr Knapp. Am Ende des Flurs die Wohnung von Volkmar Brandt ("Brandy") & Familie, dessen Heimbereich im Erdgeschoß liegt. ... Er müßte seine Erziehertätigkeit 1984 beendet haben.

1983/88: Heim "Friesenhaus" (Jungen 9. / 10. Klasse) und am Kopfende die zugehörige Erzieherwohnung. Heimleiter 83/84 ist Herr Eser.

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OG Mitteltrakt

1976/81: Zusammen mit dem Schülerflur des Westflügels ist der halbe Mitteltraktflur 'gemischt' (Jungen 10. / 11. Klasse). Heimleiter ist Ralf Dieninghoff, später Bodo Knapp. Zu dieser Zeit führt das Heim keinen Namen. Herr Knapp wollte einmal den Namen "Kaderschmiede" durchsetzen, woraus allerdings nichts wurde. Er wohnt in den Räumlichkeiten über dem Haupteingang.

1983/84: Heimleiter ist Herr Brandt ("Brandy"), welcher krankheitsbedingt im zweiten Halbjahr 1983/84 von Reinhard Block abgelöst wird.

1984/88: Das "Störtebeker" (Jungen 9. / 10. Klasse). Die Wohnung über dem Haupteingang des Internats bewohnt Heimleiter Dieter Michael (zuständig für sowohl Friesenhaus als auch Störtebeker?).

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OG Ostflügel

1976/88: Das Herzstück von Frau Noltus' Reich, welches sich 1976/81 bis in den Mitteltrakt-Flur erstreckt und auch Mittelstufenschüler umfaßt. Über dem "Meeting" befindet sich ihr Gruppenraum, am Ende des Flurs der "Oberstufe I" (offizielle Bezeichnung aus der zweiten Hälfte 80er) die Wohnung der Familie Noltus. Die Küche ist anfangs noch in Zi. 40 befindlich, zieht dann aber irgendwann 1985/86 um in den Gruppenraum. 1976/81 gibt es (noch) keine Zimmernumerierungen.

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Weitere Schülerheime des Gymnasiums

Hotel "Germania" (und "Alte Post")

(Spätestens) Im Jahre 1953 wurde das Hotel "Germania" (Hauptstraße 31) als Haupthaus des damaligen "Nordsee-Pädagogiums" - nach der ersten staatlichen Anerkennung 1957 (Klassen 5 bis 10) in "Nordsee-Gymnasium" umbenannt - angemietet. 1968 erfolgte der Schulumzug in den Neubau an der Störtebekerstraße und nach Renovierung öffnete das "Germania" 1970 wieder seine Pforten als Hotel.

Im Vorbau (unter dem Terrassenbalkon mit der Pausenglocke) befanden sich links des Haupteingangs das Büro des Direktors (beim Auszug 1968 Dr. Roßbach) und rechts die Wirtschaftsleitung / das Sekretariat (Verwaltungsleiter ab April 1963 war Herbert Seiler, Sekretärin zumindest in der zweiten Hälfte der 1960er Frl. Bubel). Im Erdgeschoß befanden sich desweiteren u.a. zwei Klassenräume, der Speisesaal, ein kleiner Speisesaal (für die Mädchen), die Küche und dieser angegliedert die Wohngemächer von Küchenhilfen und Putzfrauen. Im ersten OG gab es weitere Klassenräume, das Lehrerzimmer sowie ein kleineres Sekretariat und im zweiten OG waren (zumindest in der zweiten Hälfte der 1960er) die Zimmer der Oberprimaner, eine Lehrerwohnung (Gruppenvater Dr. Brügmann) und das Raucherzimmer (gleichzeitig Reserve-Klassenraum). ... Im UG übrigens gab es einen Kartoffelkeller.

Mindestens ein Schülerzimmer gab es zusätzlich in der "Alten Post" vis-à-vis.

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Haus "Stranddistel"

Während der 1960er Jahre - wahrscheinlich bis zur Pleite 1973 - waren die internen NG-Mädchen auf insgesamt drei Schülerinnen-Heime verteilt: Haus Sonnenschein (Friesenstr. 5), Heim Wiking (Mittelstr. 21) und Haus Stranddistel (Otto-Leuß-Weg 8, vis-à-vis der Bäckerei Hunger). Im Haus Stranddistel wohnten Mädchen mittlerer und älterer Jahrgänge (Kl. 12/13) unter Leitung von Hausmutter Heide Schiemann (1965/67), während zu dieser Zeit im Hause auch die Lehrerinnen Frl. Maiwald und Frl. Bickhardt residierten.

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(Altes) "Wiking" (Mittelstraße)

Während der 1960er Jahre befand sich im Arzthaus Dr. Christfried Meyer (Mittelstraße 21) das NG-Schülerheim Wiking. Es wurde als drittes Mädchenwohnheim 1966 von der Schule gepachtet und befand sich in einem Teil des Vorderhauses (während die Praxis einen anderen Teil belegte und Dr. Meyer selbst in einem Hintergebäude residierte). Hier wohnten (die) Mädchen der Oberstufe (11 Betten) in der Obhut von Frau Rosemarie Lippert (1966 bis Anfang der 1970er Jahre), welche gleichzeitig für die medizinische Erstversorgung in den Internaten zuständig war. Frau Lippert war im November 1966 als "neue Hausdame" von der DRK-Kinderkur abgeworben worden (Quelle: "die mole") und unterstand im Hause Gruppenmutter Sigrid Woth.    

Das Heim Wiking blieb nach der Pleite des "Nordsee-Gymnasiums" im Sommer 1973 zunächst im Hause untergebracht, zog dann im Jahr 1976 ins Obergeschoß des roten Y-Baus am Abke-Jansen-Weg (seit '73 das Gymnasium) um, wo es bis zuletzt (1988) verblieb.

Im Haus Mittelstraße 21 befanden sich zu meiner Internatszeit Praxis & Wohnstatt von Inselzahnarzt Dr. Märkl.

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"Wiking"

1984/88: Das Mädchen-Heim Wiking belegt den westlichen und südlichen Obergeschoßflügel über dem Gymnasium der Gesamtschule und beherbergt komplett die Schülerinnen der Klassen 9 bis 13. Heimleiterinnen sind Sigrid Preuß und Monika Abt.

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Haus "Sonnenschein"

Das frühere Kinderheim Haus Sonnenschein in der Friesenstraße war zu Internatszeiten ins Unterbringungsgefüge einbezogen. Es wurde ab spätestens den 1960er Jahren von den Internatsschulen genutzt und diente bis zur Internatsschließung 1988 unterschiedlichen Zwecken.

In den 1960er Jahren befindet sich mindestens ein Klassenraum des NG im Hause (Erdkundeunterricht?) und während einer ca. halbjährigen Episode sind 1965/66 scheinbar die Jungen der Gruppe Deetjen (aus dem Hauptinternat) im Haus "Sonnenschein" untergebracht.

Bis mindestens Pfingsten, evtl. Sommer 1967 hat Familie Dr. Kleeberg im Hause das Sagen

1967 zieht dann Familie Wiedel aus ihrer Wohnung im Westflügel des Hauptinternats hierhin um. Zu dieser Zeit beherbergt das Haus als Schülerunterkunft NG-Mädchen aus den Klassen 6 bis 10, welche Frau Wiedel fortan als Gruppenmutter betreut.

Zu meiner Internatszeit (1984/88) wohnten im Haus Sonnenschein einige Lehrer (z.B. Larry, später Herr Block, Familie Dr. Lamperstorfer) sowie wohl auch einige Damen unseres jugoslawischen Küchen- und / oder Reinigungspersonals ... Yulka vielleicht?

Heute ist das umgebaute und neu verklinkerte Gebäude Teil der Ferienwohnanlage "Feuerschiff".

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Weitere Schülerheime der Realschule

Schülerheim "Deernshörn"

Das Haus "Deernshörn" (Abke-Jansen-Weg 10) wird 1960 erbaut und später erweitert / umgebaut.

1968/69 befindet sich hier die zentrale Küche für die Realschüler (möglicherweise nur für die Jungen), so daß auch Schüler aus anderen Heimen sich entsprechend zu den Verköstigungszeiten einfinden. Koch (und gleichzeitig auch als Hausmeister tätig) ist ein Herr Gebauer. Die Mädchen werden möglicherweise bei ihren jeweiligen Herbergseltern versorgt?! 1968 ist / wird gerade der neue Speisesaal-Anbau ans "Deernshörn" fertiggestellt.

1968/74: Zur Heimleitung gehört das Ehepaar Schotte.

Ende der 1960er bis Anfang (oder Mitte (?)) der 1970er ist Günther Jacobs, genannt "Bob", Küchenleiter des Hauses, bereits unterstützt von unseren jugoslawischen 'Küchenfeen'.

1976/81: Hier wohnen die 'Kleinen' (Grundschule sowie 5. bis 7. Klasse, auf Wunsch auch Klasse 8). Heimleiterin ist Frau Tacke. Die zeitgenössischen Internatsleiter Peter Fistera und Siegfried Eser wohnen beide im Hause.

1984/88: Unterkunft der Jungen der Klassen 5 bis 8. (Einer der) Erzieher ist seit 1979 Herr Wolfgang Büllen.

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Schülerheim "Friesenhaus"

Das vormalige und schließlich wieder nachmalige = heutige Landschulheim, dessen Gebäude dem "Deernshörn" benachbart ist, gehört spätestens 1966 zu den Internatsunterkünften. Im angemieteten Gebäude sind (die) Schüler der Klassen 9 und 10 untergebracht. Ein Heimleiter 1968-69 heißt Herr Fahrensteiner. 1969/73 wohnt hier Lehrer und Heimleiter Herr Reiff ("Larry") zusammen mit seiner Gruppe.

Nach der Pleite des alten Gymnasiums 1973 zieht das Heim um ins Hauptinternat (EG Ostflügel).

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(Altes) "Freihoff" (Gartenstraße)

1979/80: Heimleiterin ist Frau Kuper

bis 1982: Das Schülerheim Freihoff (Mädchen der unteren Jahrgänge) befindet sich im Gebäude Gartenstr. 14, gegenüber vom "Meedland". Es ist von der Schule angemietet, und als es ihr dann zu teuer wird, erfolgt der Umzug der Schülerinnen 1982 ins Obergeschoß des Gymnasiums, wo sehr viel weniger Räume zur Verfügung stehen. Heimleiterin 1980-82 ist Frau Tacke.

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"Freihoff"

Die 1963 als solche gebaute Realschule am Abke-Jansen-Weg wurde zunächst eingeschossig (plus Souterrain) gebaut, später der nördliche Flügel sowie der Bereich über dem Haupteingang (Rektorbüro) um ein Geschoß aufgestockt (Es existieren mindestens zwei Photos dieses Bauzustands!). 1968/69 dann komplettierte man die Obergeschoßergänzung und fügte auch den anderen beiden Flügeln ein weiteres Geschoß hinzu.

1982/88: Im nördlichen Obergeschoßflügel, dem "Freihoff", wohnen die Mädchenjahrgänge der Unter- und Mittelstufe (bis Klasse 8). Heimleiterin bis 1986 ist Frau Tacke.

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"Schülerpensionen" der Realschule

Über die Wohnsituation der vom Festland stammenden Mittel- bzw. Realschüler und -schülerinnen vor 1973 ist mir noch recht wenig bekannt: Im Übersichtsplan des 1966er Internatsrealschulprospekts sind das 1960 (?) erbaute "Deernshörn", das quasi benachbarte Heim "Friesenhaus" (Friesenstr. 33) (beides Jungen-Heime) sowie die Heime "Lütze" (Friesenstr. 12) und "Rütters" (Kirchstr. 6) vermerkt. Letztere zwei gehörten zu den sog. "Schülerpensionen". - Bezugszeit zweite Hälfte der 1950er: Die Schülerpensionen werden je von 6 bis 18 Schülern bewohnt, Aufsicht haben entsprechend zugeteilte Lehrer. Es sind zu der Zeit u.a. die Heime Gerdes (Friesenstr. 2), Diepenbrock, Lüken, Bergschlößchen, Rinjes, Krall, Wilhelmstein und Pirola. - Anzunehmenderweise wurde die Zahl der Schülerpensionen mit dem Bau des "Deernshörn" stark reduziert.

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