Prospekt Nordseegymnasium Langeoog 1966

Hier einmal ein Internats- und Schulprospekt des damaligen (= vorneubauzeitlichen) Nordseegymnasiums, welches sich bis 1968 im Gebäude des Hotels "Germania" (und z.T. (z.B. Physik- und Chemiesaal) in der "Alten Post") befand:

Anmerkung: Ein solches Prospektexemplar (oder ein direkter Nachfolgeprospekt, sofern aufgelegt?) dürfte sich auch in jener Grundstein-Metallhülse befunden haben, die Anfang Dezember 2002 während der Abrißarbeiten des 1968 neugebauten Schulhauses an der Störtebekerstraße jenseits des Ringschloots entdeckt wurde.

Anmerkungen: Das Verlegen von Unterrichtsstunden in ein Dünental habe ich selbst nie kennenlernen dürfen, die Dünental-Erfahrung auf privat-eigeninitiativer Basis hingegen durchaus. - Zur Langeooger Internatswinterzeit: Sie konnte zweifelsohne ihren ganz besonderen Reiz entwickeln, wenn sich Dorf, Wäldchen und Dünen schneeummantelt zeigten und Strand und Wattenmeer jener durch Eisschollen und Packeis geschaffene eisige Hauch von Arktis zierte. ... Aber wehe, wenn die Tage trübgrau waren und mitunter dichter, von den 'Klagelauten' ferner Nebelhörner begleiteter Seenebel auf Insel und Internatlergemüt lastete, der jede Contenance irgendwann zu sprengen imstande war. Da halfen dann auch kein Radio und keine Bücher mehr.

Anmerkung:Zwei Kalenderjahre später war es dann soweit: 1968 entsteht auf dem gezeigten Gelände zwischen Internat und Inselwäldchen das neue "Nordseegymnasium".

Vergrößerte Version des Pfingstfestbildes:

Man erkennt bereits hier die Ausbesserungsfelder im Dach des östlichen Gebäudeflügels, die sich höchstwahrscheinlich auf vorangegangene Sturmschäden beziehen. ... Weiß jemand Konkretes zum Ereignis?

Anmerkungen: Besonders lustig finde ich den Punkt 7 bzw. die darin getroffene Wortwahl: "Schund- und Suchtgefahren. Wir verzichten auf geistlose Zerstreuungen. ... Ich weiß nun zwar nicht, was sich der Verfasser unter "geistlosen Zerstreuungen" konkret vorstellen mochte, aber auch Zerstreuungen ohne direkt erkennbaren geistigen Nährwert konnten durchaus hilfreich und zumindest im Effekt produktiv sein, wenn es darum ging, einen gedankenüberfrachteten Kopf zu erleichtern bzw. zu entwirren und allgemeinbefindlich wieder auf Kurs zu kommen.

Der photodokumentierte Heimabend dürfte im Foyer des Hauptinternats stattgefunden haben.

Anmerkung: Der abgebildete, "naturwissenschaftliche Unterrichtsraum", das Reich von Herrn Wiedel, befand sich in der Barkhausenstraße 3 ("Alte Post"). Heute befindet sich an dieser Stelle die Rezeption des Hotels.

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