Eigene Werke

Das Intervall einer Langeooger Schulstunde bot nicht nur Gelegenheit, dem Unterrichtsstoff zu folgen und sich mit den Fragestellungen des Lehrers auseinanderzusetzen, sondern man konnte auch mal den Stift baumeln lassen und das zu Papier bringen, was einem gerade so durch den Kopf ging oder einfach seiner momentanen Langeweile Ausdruck verleihen. … Hier einige Zeugnisse solch 'unterrichtsirrelevanter Leistungen'.

***

Portraits / Karikaturen:

                                 

                                                          Herr Guthmann by Detlef N. (06.12.1984)                                    Herr Guthmann by Sascha Mings (10.01.1985)

     

                                                            Herr Guthmann by Sascha Mings (07.06.1985)                                                    Herr Guthmann by Sascha Mings (ca. 1987)

 

                                                                          Herr Horb by Sascha Mings (20.03.1987)                                                                          Herr Wiedel by Sascha Mings (22.01.1985)

                                 

                                                                   Herr Eser by Sascha Mings (23.04.1988)                                         Martin G. by Sascha Mings (22.04.1988)

                        

                          Mark Oliver Pokérn (im Ottifanten-Design) by Detlef N. (September 1984)                              Sabine v. M. (??) by Detlef N. (06.12.1984)

***

Sonstige Kritzeleien während des Unterrichts:

Während Herr Wierzenko 1985 "Iphigenie auf Tauris" analytisch-interpretierend diskutierte, war ich gedanklich desöfteren in meinem Lieblingsreiseziel der Zeit, Berlin. ... "drink Ouzo" schrieb übrigens Olaf N. zur Abrundung des Werkes dazu. ... Hmm, ich kann mich gar nicht erinnern, das Buch überhaupt gelesen zu haben!

***

Auch der Mathematik-Unterricht bei Herrn Ahlvers konnte am 24.11.1987 derlei Gedankenreisen nicht aufhalten:

***

Detlef N. ("Elvis") war der wohl fleißigste Unterrichtszeichner, mit Produktivitätsoptimum in Fächern wie Latein für Fortgeschrittene oder Deutsch-Fö. Seine zeichnerische Signatur waren die Ottifanten mit Elvis-Tolle:

***

Dieser Seitenausschnitt aus meinem Englischheft bedarf der einen und anderen Erläuterung: Nachdem es zwischen Hans und mir etwa zehn Monate keinerlei Kontakt gab - jeder steckte halt in seiner eigenen 'Mühle' (Hans beim Zivildienst, ich im Internat) - kam er mich am 03. Mai 1988 spontan auf der Insel besuchen. Er blieb über Nacht und so hatten wir ausgiebig Gelegenheit, unsere 'geliebten' Traditionen der gemeinsamen Internatszeit noch einmal gemeinsam vor Ort zu pflegen. Unter Eindruck seines Besuches entstanden dann während der Englischstunde bei Herrn Block tags drauf obige Aufzeichnungen. ...

Anmerkungen:

Die Überschrift "The Zoo Story" bezog sich auf das aktuelle Unterrichtsthema und steht in keinem (beabsichtigten) Zusammenhang mit dem, was darauf folgt.

"Parc des fous" ist eine scherzhafte Alternativbezeichnung für das Inselwäldchen und spielt darauf an, daß wir unsere Spaziergänge entlang seiner Wege hin und wieder mit dem Auslauf von Patienten einer Irrenanstalt in deren angegliedertem Park verglichen.

Hans und ich (besonders Hans) hatten die Neigung, gewisse persönliche Sachverhalte und Vorstellungen in Form fiktiver mathematischer Formeln und Gleichungen darzustellen. Wir taten das - jedenfalls aus meiner heutigen Sicht - als Ausdruck unseres scherzhaften und wohl nie direkt ausgesprochenen Postulats, das Leben ließe sich in Formeln pressen und menschliches Tun auf nüchterne Gleichungen reduzieren. ... etwa in diesem Sinne. Dadurch, daß wir Formelzeichen, die jeweils für eine gewisse Größe unserer auszudrückenden Situation standen, in einen rein mathematisch gesehen unsinnigen Zusammenhang brachten, war es letztlich auch eine gewisse Verballhornung der mathematischen Formel- und Gleichungswelt an sich. Folgende zwei konstante Zuordnungen gab es: Das Lambda symbolisierte Hans, das Mü mich.

Das falsch geschriebene Wort "Passient" berücksichtigt in seiner Schreibweise Herrn Döpkens Aussprache von "Patient".

***

Daß die Unterrichtsthemen - ganz gleich welches Fach - nicht immer 'spannend' waren, ist trivial. Udo und ich hatten da eine Möglichkeit gefunden, uns die Zeit trotzdem unterhaltsam zu gestalten, indem wir uns auf dem Papier Duelle lieferten: Zunächst malten wir eine jeweils gleiche Anzahl Kreise auf zwei entgegengesetzte Seiten eines Zettels. Dann unternahm man abwechselnd, beginnend an einem seiner eigenen Kreise mit dem vorhandenen Schreibwerkzeug einen blitzartigen Zug übers Papier auf die gegnerische Seite. Verlief die Strichführung durch einen der gegnerischen Kreise, war dieser sozusagen abgeschossen und schied aus. Sieger war dann also, wer auf diese Weise alle Kreise des Gegners getroffen hatte:

Nach Udos Abschied von der Schule im Dezember 1987 war Spätzle mein hauptsächlicher - wenn nicht alleiniger - Kontrahent in dieser Schulzeitvertreib-Disziplin. In der Hitze des Gefechts kam es mitunter vor, daß das Papier dabei von den Kugelschreiberattacken aufgeschlitzt wurde . Während ich eher darauf bedacht war, möglichst unauffällig zu agieren, kümmerte Spätzle sich nicht sonderlich um Geheimhaltung entsprechendem Lehrer gegenüber und zog seine 'Schüsse' mit vollem Schwung durch.